• Wir gratulieren unseren frisch gebackenen CNC-Fachkräften im Schreinerhandwerk
  • Neu: Blockplan Elektrotechnik 2017/18
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Berufsintegrationsjahr

An der Johann-Bierwirth-Schule werden aktuell zwei Berufsintegrationsklassen beschult. Die Beschulung erfolgt in Kooperation von einem Maßnahmeträger und der Schule. Vorrangiges Ziel dieser Klassen ist der Spracherwerb Deutsch sowie die Integration der Jugendlichen in Deutschland. Zusätzlich erwerben die Schüler/innen Kenntnisse in Mathematik und Rechnen. Um die Jugendlichen möglichst zeitnah auf einen Beruf vorbereiten zu können, erlangen die Schüler/innen im Praxisunterricht wie Bautechnik und aus dem Bereich der Nahrungsberufe wichtige Fähigkeiten und Fertigkeiten für die anstehenden Ausbildungsberufe. Innerhalb verschiedener Praktika werden die Schüler/innen bereits möglichst früh in die Gesellschaft integriert und ihnen Berufsmöglichkeiten aufgezeigt. Außerdem können die Schüler/innen der Berufsintegrationsklassen nach zwei erfolgreichen Jahren den erfolgreichen Abschluss der Mittelschule erreichen und in Kooperation mit der Mittelschule den qualifizierenden Abschluss der Mittelschule.

Kooperationspartner bfz

Berufsschulpflichtige Jugendliche können sich in Unterricht und Betriebspraktika in verschiedenen gewerblichen, kaufmännischen und hauswirtschaftlichen Berufsfeldern ausprobieren. Nach erfolgreichem Abschluss der Maßnahme kann der Hauptschulabschluss zuerkannt werden. Die dreijährige Berufsschulpflicht gilt zudem als erfüllt, sofern sich kein Ausbildungsverhältnis anschließt. Wir sind in der Johann-Bierwirth-Schule für die Klasse BIJ1 zuständig.

Die Arbeit der Kolping Akademie zielt darauf ab, dass jeder Mensch integrativ seinen Weg in die Gesellschaft und Arbeitswelt findet. Neben Bildung werden auch soziale Werte, Gemeinschaftsgefühl
und Verantwortungsbewusstsein für die Gesellschaft vermittelt.

Kooperationspartner KJF

Das vorbereitende Berufsintegrationsjahr ist ein Angebot für berufsschulpflichtige Flüchtlinge zum Erwerb der Deutschen Sprache und entsprechender Kulturtechniken. Diese Maßnahmeform begann unterjährig mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres Mitte Februar 2016.

Zusammen mit Lehrkräften der Berufsschule werden neben dem Deutschunterricht in der gemischten Klasse (ca. ¼ sind weiblich), welcher zeitweise in geteilten Gruppen stattfindet, auch erste berufspraktische Arbeiten in den Bereichen Holz und Hauswirtschaft vermittelt. Die KJF als Bildungsträger stellt neben der Deutschlehrkraft zudem einen Sozialpädagogen, der die jungen Flüchtlinge im Maßnahmeverlauf und darüber hinaus pädagogisch begleitet und betreut.

Im Anschluss an das vorbereitende Berufsintegrationsjahr ist das „normale“ Berufsintegrationsjahr geplant. Hierbei wird neben der weiteren Vermittlung und Vertiefung der Deutschen Sprache ein weiterer Schwerpunkt auf berufspraktische Erfahrungen im Rahmen von Betriebspraktika gelegt.

Auch hier ist es das Ziel, neben einem geeigneten Beruf auch einen Betrieb zu finden, der einen Flüchtling in Ausbildung aufnimmt.

Grundlegend für einen erfolgreichen Maßnahmeverlauf ist die durchgängige sozialpädagogische Betreuung als auch die klare Struktur der Abläufe. So können die jungen Menschen in gesicherten Bahnen vielfältige Erfahrungen machen, die in persönlichen Einzelgesprächen reflektiert einen erfolgversprechenden Berufseinstieg ermöglichen.

 

Ralf Russek, Leiter der Beruflichen Qualifizierung

Praktikum in Flüchtlingsklassen

„Hallo, wie geht‘s?!“-dies waren die ersten freundlichen Worte mit welchen ich begrüßt wurde, als ich das Klassenzimmer zu meinem neuen Praktikum betrat. Für die nächsten Wochen (genau genommen vom 02.04.16 bis zum 13.04.16 und vom 20.06.16 bis zum 08.07.16) würde ich hier also mein Praktikum, von dem Sozialzweig der FOS organisiert, verbringen.  Die Flüchtlingsklasse zu welcher ich eingeteilt war, besteht aus 14 jungen Männern im Alter von ungefähr 17 bis 21 Jahre, welche aus insgesamt acht Ländern nach Deutschland kamen, um den Krisen in ihrer Heimat zu entfliehen und nun alle hier versammelt sind, um sich Deutschkenntnisse zu erwerben und auch zu verbessern. Zu meinen Tagesaufgaben während des Praktikums lässt sich sagen, dass ich die Schüler während ihrer Deutsch- oder auch Matheübungen unterstützte, indem ich mich zu ihnen setzte, wenn sie Schwierigkeiten bei der Bewältigung einer Übung hatten und ihnen die Aufgabe noch einmal in Ruhe erklärte und versuchte mit möglichst einfachen deutschen Worten verständlich zu machen. Ich bereitete allerdings auch ab und zu selbst ein paar Übungen zur Verbesserung der deutschen Sprache für den Unterricht vor. Einmal zum Beispiel spielte ich mit den Schülern eine vereinfachte Version von dem Spiel „Activity“, hierbei zog immer ein Schüler einen Zettel mit einem Wort, welches ich schon zuvor daheim aufgeschrieben hatte, und musste dieses für die anderen Schüler umschreiben und erklären, damit diese herausfinden konnten, welches Wort auf dem Zettel steht. Für jedes erratene Wort gab es einen Punkt für eine der beiden Mannschaften. Auch wenn ich bei dem Spiel teilweise das Gefühl hatte, dass manche nicht so ganz verstanden hatten, was sie machen sollten, war es dennoch sehr lustig und sowohl ich, als auch die Schüler haben sehr viel gelacht.

Meiner Meinung nach ist ein Praktikum in einer Flüchtlingsklasse eine gute Möglichkeit Menschen aus anderen Kulturen kennen zu lernen und man bemerkt erst, wenn man in deren Deutschunterricht ist, wie schwierig und bewundernswert es tatsächlich ist, Deutsch als Fremdsprache zu erlernen.

Laura Riehemann, S11, FOS Memmingen

 

 

Förderunterricht

Die BIJ/V-Klasse ist eine Vorklasse zum Berufsintegrationsjahr mit berufsschulpflichtigen Asylbewerbern und Flüchtlingen, die nach Deutschland gekommen sind. Seit März 2016 findet einmal wöchentlich
ein zusätzlicher unterrichtsbegleitender Förderunterricht statt, der die Schüler auf das bevorstehende Berufsintegrationsjahr vorbereiten soll. Dabei werden bereits erworbene Deutschkenntnisse, zum Beispiel durch Lesen und selbständiges Schreiben von Geschichten, weiter vertieft. Daneben werden auch Situationen des Alltags geübt und nachgespielt, um die Kommunikation der Schüler zu verbessern.
Die Schüler nehmen interessiert am Unterricht teil und haben Spaß am Lernen.

Flüchtlingen zu helfen sich in Deutschland zu integrieren hat mich dazu motiviert die BIJ/V-Klasse ehrenamtlich zu unterrichten.

Julia Hierl

 

 

Freizeitgestaltung

Mit vielfacher Unterstützung (Sportverein, Kirchengemeinde, Berufsschule) und abgestimmt mit den zuständigen Personen und Behörden (Regierung, Stadtverwaltung, LRA, Schulleitung und insbesondere dem Klassenlehrer Herr Roßbach) durfte ich –als ehrenamtlicher Integrationshelfer- einige “unbegleitete“ (= ohne Eltern hier angekommen) minderjährige Flüchtlinge der Schulklasse BIJ/V ) mit den Grundlagen des Boxsports bekannt machen (Regeln, Gymnastik, Geräteboxen, Beinarbeit usw.).

Wir trafen uns wöchentlich in meinem Haus, wo mein kleiner Trainingsraum mit den üblichen Geräten (Maisbirne, Gewichte, Ballhandschuhe, Sprungseile, Zimmerfahrrad etc.) genutzt werden konnte. Insgesamt haben sich Schüler beteiligt, die aus Afghanistan, Äthiopien, Iran, Irak und Syrien kamen.

Alle waren hochmotiviert, höflich, freundlich, bescheiden und rücksichtsvoll. Wir haben uns auch ohne nennenswerte Fremdsprachkenntnisse gut verstanden und auf Wunsch der Schüler – alle Moslems – sowohl nach dem Koran, wie auch christlich gebetet, uns über Religion, Geographie, Politik, Musik, Berufe u. A. unterhalten und dabei gelernt, fehlende Sprachkenntnisse mit Geduld, Einfühlungsvermögen und dem Handy als Sprachcomputer/Lexikon auszugleichen.

Berufsboxer soll, wird und will wohl keiner der Schüler werden. Hinzugelernt haben aber alle, mich eingeschlossen. Gäbe es Schulnoten, sowohl für Sport, wie auch für Einsatz, Fleiß und Betragen, dann würde ich den Mohammed aus Äthiopien (im Bild 1, ganz rechts) besonders auszeichnen. Er trainiert jetzt auch schon in der Box-Abteilung des TV Kempten, wo ich vor 50 Jahren aktiv war. Für die erhaltene Hilfe und Unterstützung danke ich der Schulleitung, vor allem aber dem Klassenleiter Herrn Roßbach.

Lothar Börner