Am 23. Januar 2019 fand auf Einladung der Bauabteilung der Johann-Bierwirth-Schule ein Ausbildertreffen der Bauberufe statt.

Ziel des Treffens war, neben dem besseren Kennenlernen der dualen Partner und gegenseitigen Absprachen, vor allem die Erörterung der aktuellen Problemfelder in der Berufsausbildung aus schulischer und betrieblicher Sicht. 

Probleme bereiten in der Berufsausbildung im Baubereich in erster Linie die hohe Zahl der Ausbildungsabbrecher und die ebenfalls hohe Nichtbestehensquote in der Gesellenprüfung. 

Im Verlauf der Veranstaltung formulierten sowohl Schule als auch Betrieb Ideen, wie die Zusammenarbeit verbessert und die bestehenden Probleme eventuell entschärft werden können. Die Thematik ist damit natürlich nicht abschließend geklärt, aber es wurde ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung unternommen. 

Eine ausführlichere Zusammenfassung des Ausbildertreffens findet sich in der verlinkten PDF-Datei.

Herzlichen Dank an die interessierten und engagierten Teilnehmer der Veranstaltung.

 

Der Beruf des Zimmerers ist modern und vielseitig. Traditionelles Handwerk wird mit fortschrittlichem Hightech-Wissen verbunden. Zimmerer erstellen Holzkonstruktionen und Holzbauten aller Art, vom Dachstuhl des Einfamilienhauses bis zu freitragenden Hallen. Zimmerer lernen Baupläne zu lesen und benötigen ein räumliches Vorstellungsvermögen. Längst erfolgt die Arbeitsvorbereitung und die Erstellung technischer Zeichnungen mit CAD-Programmen. CNC-gesteuerte Abbundmaschinen erleichtern  die Fertigung von Bauteile.

Das BGJ ist die erste Stufe der Berufsausbildung. In der schulischen Form des BGJ erfolgt auch die fachpraktische Ausbildung an der Berufsschule. In diesem Jahr lernen die Schüler an Lernsituationen die technischen Grundlagen des Zimmererhandwerks. Die Schüler planen beispielsweise ein Vordach. Sie entwerfen es, zeichnen es frei Hand und am Computer, führen Materialberechnungen durch und bauen es dann in der Werkstatt. Um Einblicke in den realen Arbeitsalltag zu bekommen, und für die Lehrstellensuche, ist während der Schulzeit ein Praktikum von drei Wochen vorgeschrieben, sowie eine Woche in der Ferienzeit. Das erfolgreich bestandene BGJ wird auf die Ausbildungszeit angerechnet.

 

Weitere Informationen [pdf]

 

Werkzeugliste [pdf]

Maurer/in

Maurer stellen nach vorgegebenen Entwürfen Wände aus verschiedenen Materialen her. Sie sind für das komplette Mauerwerk zuständig. Dazu gehören die Betonierung des Fundaments, der Aufbau von Außen- und Innenwänden, das Einsetzen der Decken, die Dämmung und Isolierung und die Treppenmontage. Ebenso prüfen sie bei Instandsetzungs- und Sanierungsarbeiten den Zustand des Gebäudes, stellen Bauschäden fest und beheben diese.

Beton- und Stahlbetonbauer/in

Beton - ein klassischer und moderner Baustoff

Schon die alten Römer erkannten die großen Vorteile des Baustoffes Beton ("Opus Caementitium") mit seiner enormen Druckfestigkeit. Doch erst die Kombination mit Stahl und dessen enormer Zugfestigkeit ergibt den modernen Verbundstoff Stahlbeton. Die hohe Zug- und Druckfestigkeit des Stahlbetons ermöglicht die vielseitige Anwendungen vom Wohnhaus (Fundamente, Bodenplatten, Wände, Decken, Treppen...) bis hin zu Tunneln, Brücken, Staudämmen oder Hochhäusern (bis über 1000 Meter Höhe!).

Interessiert? Dann bist du bei uns richtig!

Weitere Informationen zum Ausbildungsberuf Beton- und Stahlbetonbauer findest du rechts unter dem Link "Berufenet".

Am Ende des Schuljahres besichtigten wir die frisch renovierte St.-Martinskirche in Memmingen. Vor Ort wurde uns mitgeteilt, dass sich die Renovierungsarbeiten über drei Jahre erstreckten. Ein Teil der 600 Jahre alten Balken des liegenden Dachstuhles musste mit althergebrachter Zimmermannskunst ersetzt werden.  Zudem wurde auch die Dacheindeckung mit rund 125.000 Biberschwanzplatten erneuert. Die traditionellen Zimmermannsverbindungen, die wir das ganze Schuljahr über kennengelernt haben, konnten wir in der Martinskirche gut besichtigen. Faszinierend, dass diese Verbindungen auch nach 600 Jahren perfekt den Dachstuhl tragen können. Da wir im Unterricht eine ähnliche Dachkonstruktion statisch berechnet haben, konnten wir gut nachvollziehen, dass das Entfernen einiger Bundbalken in den vergangenen Jahrhunderten statische Probleme nach sich zog, die jetzt gelöst werden mussten. Jedem, der sich für traditionelle Zimmermannskunst interessiert können wir die Besichtigung der Martinskirche nur empfehlen.

Im Rahmen der großen Projektarbeit erstellten die Schüler der BGJ-Zimmerer Klassen mehrere Spielhäuser in Fach-werkbauweise. Jeweils 4 Schüler haben in Teamarbeit die Wände und den Dachstuhl im Entwurf skizziert, berechnet und dazu den Werkplan gezeichnet. Nach der Anfer-tigung der Holzlisten wurden von jedem der 4 Schüler je eine Wand selbstständig hergestellt und schließlich im Team als Gebäude zusammen gebaut.
Bei der Konstruktion wurden verschiedene zimmermannsmäßige Holzverbindungen wie Versätze, Überblattungen und Zap-fenverbindungen sowie Zierpfosten und Zierverbindungen eingebaut. Am Ende durfte natürlich das Richtfest nicht fehlen, bei dem ordentlich gefeiert wurde.